Ein Innovationsprojekt von Z_punkt und dem Bundesministrium für Bildung und Forschung Foresight Baukasten

ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH

Ganzheitliche Engineeringdienste

Die ESG entwickelt, integriert und betreibt Elektronik- und IT-Systeme für Militär, Behörden und Unternehmen und sorgt mit Logistiklösungen für eine hohe Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Systeme im Einsatz. Dazu zählen z.B.: Avioniksysteme und technisch-logistische Betreuung für Fluggeräte; Führungsinformations- und Waffeneinsatzsysteme von Bundeswehr, NATO und EU; Entwicklung und Test von Elektronik- und IT-Systemen für Automobilfirmen in Europa und den USA; Planung, Optimierung und Kontrolle von Mobilfunknetzen sowie Logistiksoftware zur Steuerung des LKW-Verkehrs für Logistikdienstleister. Die ESG realisiert den Technologietransfer zwischen diesen militärischen und zivilen Märkten und begleitet die Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus von der Beratung des Kunden, über die Entwicklung und Betreuung der Systeme bis zu ihrer Ausphasung. Im Jahr 2006 beschäftige die ESG 1200 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 188 Millionen Euro.

Aufbau des zivilen neben dem militärischen Geschäftsfeld


Die Geschichte der ESG ist seit ihrer Gründung eng mit der Entwicklung der Bundeswehr verknüpft. In den 90er Jahren begann die ESG zivile Märkte wie die Automobilindustrie zu erschließen. Dieser Transfer von Elektronik- und IT-Systemkompetenzen hat u.a. Bordnetzarchitekturen für Automobile sowie Simulations- und Demonstrationsplattformen für Fahrerassistenzsysteme hervorgebracht. Von den acht Geschäftsbereichen sind Automotive und Luftfahrtzeuge mittlerweile die größten. Wachstumsimpulse erwartet die ESG vor allem durch die globale Ausrichtung der Kunden, der elektronikgetriebenen Weiterentwicklung ihrer Produkte und den steigenden Bedarf zuverlässig betriebener Elektronik- und IT-Systeme. Gleiches gilt für die Logistik, in der man das Thema RFID frühzeitig hat besetzen können. Zudem internationalisiert die ESG ihre Geschäftstätigkeiten in zunehmendem Maße, arbeitet für Kunden auf allen Kontinenten und hat selbst erste Niederlassungen im Ausland gegründet.

Vision und Zukunftsbild


Die ESG hat für sich die Vision formuliert, führendes international operierendes System- und Softwarehaus für Entwicklungs- und Serviceprozesse softwareintensiver, komplexer, technologisch hochwertiger und sicherheitsrelevanter Produkte zu werden. Dies erlaubt den Kompetenztransfer in weitere Märkte, schließlich ist die Übertragung von Methoden, Prozessen und Technologien von einer Branche in eine andere zum Markenzeichen der ESG geworden. Aber auch in den aktuellen Geschäftsfeldern sieht das Unternehmen glänzende Wachstumschancen. Das gilt für militärische Märkte z.B. durch das zunehmende Outsourcing der Bundeswehr ebenso wie für zivile Märkte. Im Automobilbereich werden in Zukunft 80% aller Innovationen im Umfeld von Elektronik, Infotainment und Telematik, d.h. heißt in Software und Hardware-nahen Komponenten, angesiedelt sein - ähnliches gilt für die Luftfahrzeugindustrie. Insgesamt verdreifacht sich der internationale Engineering-Dienstleistungsmarkt in den nächsten fünf Jahren.

Foresight zur Optimierung strategischer Entscheidungen


Um Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, führt das Unternehmen umfangreiche Markt- und Umfeldanalysen durch. So hat die ESG schon vor zehn Jahren erkannt, dass die Automobilindustrie aufgrund der zunehmenden IT-Durchdringung von Fahrzeugen bewährte Entwicklungsprozesse benötigt, und konnte daher mit ihren Fähigkeiten aus der Luftfahrt proaktiv tätig werden. Strategische Entscheidungen wie diese fällt die Geschäftsführung nicht intuitiv, sondern auf Basis des Orientierungswissens, das sie aus Ihren Foresight-Prozessen gewinnt.

Foresight-Standbeine: Technologiemanagement und Trendscouting

Die Foresight-Prozesse der ESG fokussieren die zwei Suchfelder „zukünftige Märkte“ und „Technologien“: Für die Marktperspektive ist ein Trendscouting eingerichtet worden, welches systematisch nach Kunden-, Markt- und Umfeldtrends sucht, um Geschäftschancen frühzeitig zu identifizieren. Im Technologie- und Innovationsmanagement werden entsprechende Trends beobachtet, um künftige Technologien zu erkennen und dahingehend zu differenzieren, welche neuen Kompetenzen entwickelt, welche Technologien beobachtet und welche nicht weiterverfolgt werden müssen. Aus dem Abgleich dieser externen Markt- und Umfeldbeobachtung und der internen Weiterentwicklung der Kernkompetenzen definiert die ESG künftige Geschäftsfelder. Zu diesem Zweck stehen die Beteiligten in regelmäßigem Kontakt miteinander, um Erkenntnisse auszutauschen und Innovationsideen zu generieren. Das Trendscouting liegt in der Verantwortung des zentralen und des Bereichs-Marketings, während für das Technologiemanagement bereichsübergreifende Centers of Competence für definierte Technologiefelder aufgebaut worden sind. Zudem sind die jeweiligen Geschäftsverantwortlichen und eine zentrale Stabsstelle für Corporate Strategy in die Foresight-Prozesse integriert.

ISIE – Das Interaktive System zur Informationserschließung, Copyright: z-punkt.de
ISIE – Das Interaktive System zur Informa­ti­onser­schließung

Systematisches Wissensmanagement: Übersicht in der Informationsflut

Die Informationsaufnahme geschieht über eigene und zugekaufte Studien, via Medienanalyse und insbesondere Internet-Recherche, aktive Marktsichtungen und Customer Advisory Boards, wo mit wichtigen Kunden über künftige Herausforderungen diskutiert werden. Zudem ist die ESG in zahlreichen Verbänden, Netzwerken, Kooperationen und Wettbewerbs-Clustern engagiert und hat so Zugang zu weiteren Informationen. Kritischer Erfolgsfaktor aus Sicht der ESG ist allerdings nicht, alle Informationen verfügbar zu haben, sondern die entscheidenden Daten aus der Informationsflut zu filtern. Zu diesem Zweck arbeitet das unternehmensweite Wissens- und Informationssystem mit komplexen Datenfusionsalgorithmen, die relevante von irrelevanten Informationen unterscheiden können. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden im System aufbereitet und jedem Mitarbeiter über das Intranet oder extern über das Web zugänglich gemacht. Über das Tool werden die Mitarbeiter automatisch per Email über neue Eintragungen aus definierten und abonnierten Themenfeldern informiert und finden zu jedem Eintrag Zusammenfassungen und Originalquellen.

Szenarien in Strategieprozessen


Die durch Foresight gewonnenen und im Wissensmanagement aufbereiteten Informationen fließen in den jährlich statt findenden Strategieprozess ein, an dem alle Führungskräfte der ESG beteiligt sind. Dort werden pro Geschäftsbereich strategische Trends und Themen definiert, für die innerhalb des fünfjährigen Planungshorizonts (und Innovationszyklen von 3 bis zu 15 Jahren) mögliche Ausprägungen abgeschätzt und mit Eintrittswahrscheinlichkeiten versehen werden. Die Strategie orientiert sich am wahrscheinlichsten Szenario, dem Picture of the Future, das jährlich überprüft und die Strategie entsprechend angepasst wird. Zur anschließenden Umsetzung der Strategie in die operative Budgetplanung und zur Kontrolle dient die Balanced Scorecard als Steuerungsmittel.

Fazit


Die hohe Kunden- und Innovationsorientierung der ESG ist typisch für gehobene dienstleistende Mittelständler. Hervorzuheben ist dabei der Ansatz des Technologietransfers zwischen den Geschäftsfeldern und die ständige Suche nach neuen Märkten für die eigenen Kompetenzen. Diese beruht auf einem Technologie- und Trendscouting, wobei der Fokus auf der Auswahl und nicht der reinen Sammlung von Informationen liegt. Erfolgsfaktor ist auch die Zukunftsgestaltung als Verzahnung von Foresight, strategischer und operativer Planung unter Beteiligung aller Mitarbeiter. 


 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © z-punkt.de

INFORMIEREN

Was ist Corporate Foresight?

ANMELDEN

Jetzt zur kostenlosen Nutzung registrieren.

LOSLEGEN

Direkt zum Baukasten.

FEEDBACK

Methoden kommentieren und Erfahrungen berichten.